Hier entsteht eine Liste der Kurzbeschreibungen aller Dioramen aus der Bestandsliste
"Burgdorfer Zinnfiguren"

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1) Dietrich von Depenau zieht um 1233 in den Deutschen Osten
Die von Depenau waren aufgrund ihrer Besitzungen politisch und wirtschaftlich
unabhängig und daher dem Bischof in Hildesheim ein Dorn im Auge. Die Familie
von Depenau wurde durch ein diffamierendes Verfahren zum Erbverzicht genötigt
und suchte daher neuen Lebensraum im Ordensland (Ostpreußen).

2) Franzosen plündern ein Dorf, um 1806
Die Versorgung der französischen Truppen in den Invasionkriegen, war grundsätzlich
Aufgabe der kommandierenden Generale. Napoleon hatte den Befehl herausgegeben,
"sich Mittel zu Verpflegung in den Ländern zu verschaffen, die sie durchschreiten".
So ist es auch zu verstehen, dass es dadurch oft genung zu Plünderungen bei der
Zivilbevölkerung kam. Frei nach dem Motto: Der Krieg ernährt den Krieg.
Durch den Verzicht auf Magazine konnte Napoleon seine Truppenbewegungen sehr viel
schneller als der Gegner ausführen.

3) Heideschäfer um 1920
Heute gibt es noch 5000 Hektar (ca. 5000 Fußballfelder) reine Heideflächen
im Naturpark Lüneburger Heide. Damit diese einmalige Kulturlandschaft
erhalten bleibt, muß der Mensch dafür sorgen, dass die Heide nicht von Birken
überwuchert wird. Sehr alte Flächen werden auch total gerodet, damit sich
wieder Jungpflanzen ansiedeln können. Die Heidschnucken bieten sich als vortreffliche
"Rasenmäher" an, weil sie die Heide kurz halten und aufkommende Baumsämlinge verbeißen.

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4) Der Schwarze Herzog in Burgdorf, 1809
Herzog Friedrich Wilhelm zu Braunschweig-Oels errichtete im Frühjahr
1809 in Böhmen ein Freicorps. Damit begann sein Feldzug mitten durch
das damals feindliche Sachsen, mitten durch die französischen und
westfälischen Truppen in Richtung Norddeutschland. Spät am Abend des
2. August erreichte er Burgdorf und musste vor den Wällen der Stadt auf
freiem Feld übernachten, weil die Stadt sechs Wochen vorher (am 25. Juni)
von einer Feuersbrunst fast vollständig zerstört worden war.





5) Die erste Eisenbahn, 1835
Am 7.12. 1835 fuhr die erste Eisenbahn in Deutschland von Nürnberg
nach Fürth. Das Tempo der Bahn war so geruhsam, wie alles Leben im
Biedermeier. Als Fahrgast konnte man festlich gekleidert im offenen Wagen
sitzen. Später erhielten die Wagen ein Dach und feste Gardinen.
Fünfzig Jahre später gab es für Schüler schon Vergünstigungen.
"Bei Schulfahrten .... erfolgt die Beförderung in der III. Klasse zum Militärfahrpreise".
Am 15. Oktober 1845 fährt der erste Zug in Burgdorf ab.

6) Brandbekämpfung um 1830 in Burgdorf
In den Jahren 1809 und 1823 war Burgdorf von furchtbaren Bränden
heimgesucht wurden. Die enge und verschachtelte Bauweise der Häuser
begünstigte natürlich die Ausbreitung des Feuers. Daher wurden
damals auch schon die ersten Handspritzen eingeführt, mit denen man
besser das Feuer bekämpfen konnte. Dennoch blieb die Eimerkette
weiterhin ein wichtiges Mittel gegen das Feuer. So musste jeder Fremde,
der Neubürger in Burgdorf werden wollte, einen Ledereimer vorweisen.

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7)Bauernhochzeit in Schillerslage bei Burgdorf 1883
Auf dem weiten Anger neben dem "Grünen Jäger"
hatte der Festwirt lange Reihen von Tischen
und Stühlen zu Tafeln aufgestellt. Nachdem man
genügend "Burgdorfer Bier und Korn" zu sich
genommen hatte, spielte eine Kapelle zum Tanz
auf. Und immer wieder sang man das altbekannte
Volkslied: "Wenn hier ein Pott mit Bohnen steiht
un dor ´nen Pott mit Brie ..."
Jeder, der dabei sein durfte, war auf seine
Kosten gekommen und freute sich auf das nächste
Dorffest.

8)Frühjahrsparade in Berlin "Unter den Linden", um 1900
Das Diorama zeigt den Vorbeiritt eines
preußischen Dragonerregiments. Die Kapelle
unter Leitung des Stabstrompeters trägt
wie üblich rote Helmbüschel. Derartige
Paraden waren damals ein militärisches
wie gesellschaftliches Ereignis. Neben
den ausländischen Gästen nahm insbesondere
die Bevölkerung regen Anteil.

9)Lager des Schwarzen Herzogs am 2. August 1809
Der Herzog lagerte mit seiner Truppe
vor dem Braunschweiger Tor (heute
Schwarzer Herzog). Das Biwak zeigt
alle Einzelheiten des Lagerlebens
von der Körperpflege bis zum Abkochen.
Damit die Truppe jedenfalls einsatz-
fähig blieb, wurden die Pferde in
unmittelbarer Nähe des Lagers
angepflockt.




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10) Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren
Vorbeimarsch eines Regiments der
Reichswehr um 1930 in einer deutschen Kleinstadt.
Seinerzeit war es üblich mit "Klingendem Spiel"
sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Ein ganz bekanntes Lied lautete damals:"Wenn
die Soldaten durch die Stadt marschieren,
öffnen die Mädchen die Fenster und die Türen...."

11) Der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm von Brandenburg
Als die Schweden von Livland aus in Ostpreußen
eingefallen waren, vertrieb der Große Kurfürst
sie im Januar 1679. Dabei setzte er sich an die
Spitze seiner Truppen und überquerte das
zugefrorene Kurische Haff in Pferdeschlitten.

12) Schlacht bei Hessisch-Oldendorf, 28.6.1633
Der Kaiser und die katholische Liga hatten
bis zum Jahre 1628 ganz Norddeutschland
besetzt. Erst als Herzog Georg von Lüneburg
zusammen mit den Schweden den Kampf wieder
aufnahm, gelang es ihm, die Kaiserlichen unter
Ferdinand III bei Hessisch-Oldendorf in die
Flucht zu schlagen. Einen besonderen Anteil hatte
hierbei die Reiterei Georgs .

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13) Indianer auf Bisonjagd um 1875
Die weiten Steppen der Vereinigten Staaten
von Nordamerika und Canadas gaben riesigen
Bisonherden Nahrung. Die Indianer
jagten ihn, aus dessen Decke sie
Zelte und Kleidung fertigten. Das
Fleisch und Fett diente als Nahrung.
Der Bison wurde zwischen 1870 - 1884
nahezu ausgerottet.

14)Prärie-Indianer
Ein Indianerstamm hat einen neuen
Platz für den Aufbau seiner Zelte
gefunden. Während einige des Stammes
ihre Tipis schon errichtet haben,
sieht man andere, die gerade die
langen Zeltstangen zusammenbinden.
Andere wiederum ziehen mit Pferdeschleppen
Lasten heran.

15)Herzog Georg Wilhelm reitet aus (1665-1705)
Georg Wilhelm, der letzte Herzog von Celle, war
verheiratet mit Eleonore d`Olbreuse. Aus dieser
Ehe entstammt die Tochter, Sophie Dorothea, die
unter dem Namen der Prinzessin von Ahlden bekannt
geworden ist. Sie wurde mit ihrem Vetter Georg
Ludwig verheiratet, der 1714 als Georg I. den
englischen Thron bestieg. Damals war seine Ehe mit
Sophie Dorothea bereits geschieden, weil ihr Ehe-
bruch mit dem Grafen Königsmarck nachgewiesen war.
Das Herzogspaar mit Tochter wird hier von einer
Abteilung der Celleschen Leibgarde begleitet, die
in prächtige Uniformen gekleidet war - Rot mit Silber.
Charakteristisch für die Celler Kavallerie war
der weiße Hut.

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16)Parade des hannoverschen Infanterie-Regiments
"von Kielmannsegge" - 1759
Im Zuge der Verstärkung der hannoverschen Armee
wurde 1745 durch Teilung des 1741 errichteten
Regiments "von Bourdon" u.a. das Regiment
"von Kielmannsegge" in Stärke von 7 Kompanien
in der Garnison Hannover 1748 aufgestellt.
Das Regiment war im Siebenjährigen Krieg beteiligt
an folgenden Schlachten:
Schlacht von Hastenbeck 26.7.1756; Krefeld 1758;
Minden 1759; Vellinghausen 1761.


17)"Negerkarawane" um 1890
Der Begriff -Negerkarawane- soll hier im historischen
Sinn verstanden werden. Als nämlich der afrikanische
Kontinent von Handelsleuten, Eroberern oder
Naturforschern durchstreift wurde, waren sie auf
die einheimischen Träger angewiesen. Diese
Schwarzafrikaner hatten während der Expedition
Zelt, Tisch, Stuhl, Proviant, Koffer mit Kleidung,
Petroleum, Kerzen, Munition und Waffen auf schmalem
Pfad durch den Urwald zu tragen. Man rechnete 20
bis 30 Leute für die Lasten eines Weißen.

Zurück zur Bestandsliste 18)Im Wietzetal wird Eisenerz geschmolzen, um 600 v. Chr.
Um ca. 800 v. Chr. beginnen die Menschen,
das Eisenerz zu verarbeiten. An manchen
Stellen, wie im Wietzetal, finden sie es
dicht unter der Erdoberfläche als Raseneisenerz.
Es wird in einfachen Lehmöfen geschmolzen, die
schichtweise mit Erz und Holzkohle "beschickt" wurden.

19)Nilpferdjagd im Alten Ägypten

In den toten Stromarmen und Sümpfen des
Nils, bestanden mit wuchernden Papyrusschichten,
hatte sich ein idealer Lebensraum für Wasservögel,
Fische, Nilpferde und Krokodile gebildet. Auf
vielen Abbildungen wird gerade die Jagd auf
das Nilpferd dargestellt. Ähnlich wie beim
Walfischfang muß die Nilpferdjagd auf die Ägypter
eine besondere Faszination ausgeübt haben.

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20)Ausschnitt aus der Schlacht bei Waterloo 1815

Die Völker Europas wehren sich gegen die
Gewaltherrschaft Napoleons. Preußen, Österreich,
Russland, England und Schweden verbünden sich.
In den Befreiungskriegen wird Frankreich völlig
besiegt. Das Diorama zeigt hannoversche Soldaten,
in den Diensten der Engländer, greifen
französische Infanteristen an.

21)Hünengrabstätte um 2000 v. Chr.
Menschen der jüngeren Steinzeit bauten
vor ca. 4000 Jahren für ihre Verstorbenen
Totenhäuser aus riesigen Steinen. In
diesen Totenkammern sollte ein Leben nach
dem Tode möglich sein. Deshalb gab man
ihnen Waffen und Geräte mit ins Grab.
Anschließend bedeckte man die Steingräber
mit Erdreich, das durch Wind und Wasser
im Laufe der Zeit abgetragen wurde.
Nur die mächtigen Steine blieben bis
heute stehen.

22)Völkerwanderung um 110 vor Chr.
Geheimnuisvoll wie das Dunkel ihrer Urwälder
ist das Schicksal unserer Vorväter. Natur-
katastrophen bringen Bewegung in die einzelnen
Völkerschaften. Zimbern und Teutonen sind die
Ersten, die auf der Suche nach neuem Lebensraum
gen Süden ziehen.

23)Reiserast um 1500
Wegen der schlechten Wegstrecken reiste der
Adelige oder vornehme Bürger in schweren
Kutschen oder Sänften.
Wegelagerer bedrohten ständig diese Reisende.
Aus diesem Grund musste für eine starke Bewachung
gesorgt werden.

Zurück zur Bestandsliste 24)Mammutjagd
Vor 1 Million Jahren, am Ende der Eiszeit,
gab es die ersten Menschen in unserer
Gegend. Neben Höhlenbär, Wisent, Rentier
und Hirsch jagten diese Menschen auch
Mammuts. Es waren 4 m hohe Elefanten
mit dichter, langer Behaarung, die bis
5 m lange gebogene Stoßzähne hatten.
Es gehörte sehr viel Mut dazu, diese
Riesentiere mit Speeren, wie in diesem
Diorama gezeigt, zu erlegen.

25)Im Garten Eden
Adam und Eva lebten im Garten Eden mit allem
Getier, das Gott beschaffen hatte, bis die
Schlange Eva verführte, von dem Baum zu essen,
dessen Früchte zu genießen, Gott verboten hatte.

26)Dorf in Togo, um 1900 Togo, 1884 vom damaligen deutschen Generalkonsul
in Tunis, für Deutschland erworben, war die
kleinste, aber die an Naturprodukten reichste
deutsche Kolonie in Afrika. Exportiert wurden:
Kakao, Ölfrüchte, Baumwolle, Kautschuk und Erdnüsse.
In Togo lagen reiche Bauxit- und Phosphat
lagerstätten. Nach dem ersten Weltkrieg wurde
die Kolonie als Mandatsgebiet des Völkerbundes
zwischen England und Frankreich aufgeteilt.

27)Indianer überfallen einen Siedlerzug der Weißen, um 1790
Auf dem Zug nach Westen mussten viele weiße Siedler
den Zorn der Indianer am eigenen Körper erleben.
Die Rothäute attackierten die Trecks, um zu
verhindern, dass sie von immer mehr Land verdrängt
wurden. Es kam zu erbitterten Kämpfen, in denen die
Indianer letztlich unterlagen. Bis heute haben sie
keine Entschädigung dafür erhalten.

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28) "Harm Wulf nimmt Rache" nach Hermann Löns:"Der Werwolf"
Harm Wulf, der Anführer der Werwölfe, nimmt Rache
dafür, dass ihm marodierende Soldaten seine beiden
Pferdegespanne weggenommen haben. An einem Torfstich,
unweit von Bissendorf,erschießt er einen Anführer
aus dem Hinterhalt heraus. Harm Wulf, vorn rechts, feuert gerade einen Schuss ab.
(um 1640)

29) Hannoversche Dragoner und Infanterie auf dem Marsch
in die Winterquartiere, um 1760
Wenn wir heute vom Siebenjährigen Krieg sprechen, den
Friedrich der Große geführt hatte, dann muß man wissen,
dass in der Winterzeit die Kriegshandlungen eingestellt
wurden. Die Truppen zogen sich in befestigte Winterlager
zurück, weil aufgrund der nassen Jahreszeit Mensch und Tier
auf den unbefestigten Wegen im Schlamm stecken blieben.

30) Carl Peters in Ostafrika
Im Jahr 1884 machte sich der Lehrer und Afrikaschwärmer
Dr. Carl Peters mit Helfern auf den Weg, von Sansibar
aus weite Teile Ostafrikas im Eiltempo als
Kolonien für das Deutsche Reich zu erwerben. Dabei ging
er rücksichtslos gegen die Einheimischen vor.
Das Diorama zeigt das Haus eines deutschen Kolonisten
der die eingeborene Bevölkerung in seinen Pflanzungen
beschäftigt.

Zurück zur Bestandsliste 31) Markt im Mittelalter um 1470
Gerade treffen Wagenzüge auf dem Markt ein.
Unter Aufsicht von Ratsherren in ihren feierlichen
Ornaten wird - auf der linken Seite - die Ware
abgewogen. Farbenprächtig zeigen sich die
"gehobenen" Bürger. Eine Gruppe von Handelsherren
- in der Mitte - des Dioramas - ist von weither
angereist, wie man unschwer an ihren Kopfbedeckungen erkennt.

32) Ausritt zur Falkenjagd um 1500
Die Jagd mit dem Falken war ein Lieblingsver-
gnügen der adligen Frauen im Mittelalter. Durch
monatelange Dressur wurde der Falke auf Enten,
Tauben, wilde Gänse, Fasane, Kraniche und Reiher
abgerichtet. Beim Ausritt zur Jagd sitzt der Falke
auf der mit einem Lederhandschuh geschützten Faust.
Markgraf Wilhelm Friedrich von Ansbach erlegte durch
die Falkenjagd in den Jahren 1730 - 1755: 1763 Milane,
4174 Reiher, 4857 Krähen, 1647 Elstern, 14087 Rebhühner,
985 Fasane, 398 Wildenten und 959 Hasen.

33) Preußische Husaren überfallen sächsischen Provianttransport, 1813
1806 war Sachsen dem Rheinbund als Mitglied beigetreten.
Aus Dankbarkeit wurde es dann zum Königreich erklärt.
Bis zur Völkerschlacht bei Leipzig 16.-19. Oktober 1813
kämpften die Sachsen auf der Seite Napoleons.
So kam es auch zu Kampfhandlungen zwischen Preußen und Sachsen.

34) Markttag im antiken Athen, um 700 v.Chr.
Im Hintergrund liegt die Akropolis (Burgberg) mit dem Parthenontempel.
Von Bäumen , Tempeln und Versammlungshallen umrahmt, gewährt
das Diorama einen Einblick in das Leben und Treiben eines Markttages
im antiken Athen. Im Mittelpunkt der Agora (Marktplatz) werden Sklaven
und Sklavinnen feilgeboten. Rechts üben Hopliten (bewaffnet mit Lanze und
Schild - die Soldaten der Athener). Im Vordergrund rechts die so genannten
skytischen Bogenschützen, die Polizeitruppe von Athen. Im Hintergrund
holen Sklavinnen von öffentlichen Brunnen Wasser. Die freie Athenerin
durfte nicht allein auf die Straße. Kleidung der Männer:
weiße langfallende Gewänder (keine Hosen). Man diskutiert und
flaniert.

35) Einfall der Mongolen in Ost - und Mitteleuropa um 1241
Im Jahr 1206 hatten die Mongolen weite Gebiete in Nord- und Mittelasien
unter ihre Herrschaft gebracht. Nachfahren des Dschingis Khans führten
ihr Heer nach Europa, unterwarfen die Reiche von Moskau, der Wolgabulgaren
und schlugen im Sommer 1241 ein deutsch-polnisches Heer bei Liegnitz (Schlesien).
Angst und Schrecken verbreitete sich in ganz Europa, da einige Truppenteile Schlesien,
Mähren und Niederösterreich erreicht hatten. Ungewöhnlich hart reagierten sie
auf Widerstand und Verrat, in dem sie die Köpfe ihrer Gegner abschlugen, sie zu
Pyramiden aufschichteten, mit Erdöl übergossen und dann anzündeten.
Doch die Schlacht bei Liegnitz hatte auch den Mongolen große Verluste gebracht.
Sie zogen sich darauf zurück.

36) Schlacht bei Langensalza 1866
Nachdem Preußen dem Königreich Hannover den Krieg erklärt hatte, wich das gesamte
hannoversche Heer nach Süden aus, um Anschluss an seine bayerischen Verbündeten, die bayerische
Armee zu finden. Im Juni 1866 standen sich auf dem Schlachtfeld bei Langensalza
(zwischen Erfurt und Gotha) preußische und hannoversche Truppen gegenüber.
Zwischenzeitliche Verhandlungen brachten kein Ergebnis, so wurde die Entscheidung
auf dem Schlachtfeld gesucht. Die Hannoveraner siegten zwar unter schweren Verlusten, doch ohne Nachschub an Proviant
und Munition mussten sie kapitulieren. Fortan lag das Schicksal Hannovers in preußischen
Händen.

37) Massai überfallen deutsche Expedition
Die Massai sind eine ostafrikanische Volksgruppe, die vor allem in der Serengeti
in Tansania und in Kenia lebt. Im 19. Jahrhundert waren sie ein gefürchteter Stamm,
weil er in zahlreichen Kriegen andere Gruppen bekämpfte. Europäische Expeditionen
hatten stets zu befürchten, von ihnen angegriffen zu werden.

38) Kamelkarawane rastet in einer Oase.
Ohne Oasen könnten weder Tier noch Mensch in den Wüsten dieser Erde überleben.
Sie werden auch als grüne Inseln beschrieben, die nicht nur das nötige Wasser
spenden, sondern auch als Handelsplätze und Übernachtungsplätze dienen,
Größere Oasen mit viel Wasser erlauben auch den begrenzten Anbau von Feldfrüchten.
Die Dattelpalme liefert den Menschen Früchte und Baumaterial.



39) Jagdfrühstück um 1730
Die Jagd war grundsätzlich dem Adel vorbehalten und stellte somit ein gesellschaftliches
Ereignis dar. Der Jagdherr hatte dafür zu sorgen, dass seine Gäste gut versorgt wurden
Häufig ließ man sich im Grünen nieder und Hofdiener schafften Speisen und Getränke heran.

40) Parforcejagd
Die Parforcejagd ist eine Hetzjagd auf Wildschwein,Hirsch und Fuchs mit Pferden und
einer Hundemeute. Die Hunde sollen das Wild stellen und der Jäger erlegt es. Diese
Art zu jagen ist in Deutschland verboten. Heute gibt es nur noch die Hubertusjagd,
bei der durch einen Vorreiter eine Duftspur gelegt wird, die von den Hunden anschließend
verfolgt wird. In England und Frankreich sind Parforcejagden noch heute üblich.


41) Söldner überfallen ein Dorf im Burgdorfer Land, um 1640
Plündernde Truppenteile durchstreiften im Dreißigjährigen Krieg das Land,
um sich zu versorgen. Dabei ging man brutal gegen die Zivilbevölkerung vor.
Die Truppen nahmen sich, was sie brauchten. Viele Bauernfamilien
wurden ermordet und ihre Häuser angezündet. Erst mit dem Westfälischen Frieden
von 1648 hörte das Morden und Brandschatzen auf.

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42) Des Königs Deutsche Legion (KGL) -Infanterie auf dem Marsch in Belgien 1815
Die Legion, bereits 1803 aufgestellt, eine von England besoldete Truppe,fast
ausschließlich Hannoveraner, bestand 1815 aus 15.000 Mann. Sie gliederte
sich in zwei leichte Batallone und 8 Linien-Bataillone, 2 schwere Dragoner-
Regimenter und 3 Husaren Regimenter sowie 6 Batterien Artillerie.
Die Uniformen waren mit denen der britischen Armee identisch.

43) Der Schwarze Herzog in der Schlacht bei Quatre-Bras - 16. Juni 1815
(Ein Gefecht zwei Tage vor der Schlacht bei Waterloo)
Das Diorama zeigt auf der rechten Seite lanzenbewaffnete Reiter der
Braunschweiger (Ulanen)
".....Von Gemioncourt stürmte bereits die Ulanen-Brigade Wathiez heran,
empfangen vom heftigen Pelotonfeuer der hannoverschen Landwehr, welches
sogar dem Leibbataillon so bedrohlich wurde, dass bei ihm das Signal
"Feuer vorbei" ertönte." Als der Feind die britischen Regimenter
im Rücken angreifen wollte, wurde der Herzog 25 Schritt von seinem
Leibbataillon entfernt durch eine Kugel tödlich getroffen.



44) Burgdorf - Schlossfest um 1770
Die Kunst des Rokoko gestaltet den Schlossgarten mit Bäumen und Hecken
nach einheitlichem Plan. Nicht das vom Gärtner liebvoll geförderte
natürliche Wachstum der Pflanzen, sondern die architektonische
Gestaltung bestimmt hier den Garteneindruck.
Auch die Mode und Haartracht der Menschen wird zum vollendeten
Ausdruck der Naturferne jener Zeit.

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45) Herzog Georg Wilhelm von Celle hatzt den Hirsch im Fuhrberger Forst (1680)
In dem heutigen Landschaftschafts-Schutzgebiet Rundshorn-Fuhrberg
sahen die Celler Herzöge eine ideales Gelände für ihre Parforcejagden.
Die Treibstrecke war rechts und links durch Tücher und Fähnchen
gesichert, die den Hirsch daran hinderten, seitlich auszubrechen.
Das Tier wurde so lange gehetzt, bis es zusammenbrach. Dann verbissen
sich die Hunde in dem Tier. Durch einen Lanzenstoß wurde es schließlich
von seinen Qualen befreit.

46) Pferdemarkt in Burgdorf um 1815
Pferdezucht und Pferdehandel haben in Niedersachsen eine lange Tradition. Neben der Landwirtschaft
kamen Pferde besonders für den Transport und für kriegerische Handlungen zum Einsatz.
Grenzüberschreitend blühte der Handel mit Pferden. So ist bekannt, dass 1840 in der Ortschaft Osterwald,
10 km westlich von Langenhagen, ca. 200 Koppelknechte den Beruf eines Pferdehändlers ausübten.
Diese sind sicherlich auch in Burgdorf aufgetaucht, um im Auftrag fremder Herren Pferde aufzukaufen.
In dem Diorama wird der Verkauf dargestellt. Zuerst schaute man
dem Pferd ins Maul. Denn nur einem geschenkten Gaul,........
Danach feilschte man um den Preis. Durch gegenseitiges Händeschlagen
einigte man sich schließlich. Dieses traditionelle Händlerverhalten kann
heute noch auf dem Burgdorfer Pferdemarkt beobachtet werden.

47) Landsknechte erhalten ihren Sold (ca. 1520)
"Gott gnad dem großmächtigen Kaiser frumme, Maximilian, von dem ist aufkommen
ein Orden, zeucht durch alle land mit Pfeifen und mit Trummen. Landsknecht seind sie genannt."
So beginnt ein altes Landsknechtslied, das darauf hinweist,
dass Kaiser Maximilian I., der letzte Ritter, der Begründer des
Landsknechtswesens war. Grundlage war die Soldzahlung an die
geworbenen Knechte, die mit Spießen, Hellebarden und
Hakenbüchsen bewaffnet waren. Der größte Landsknechtsführer war Georg
von Fundsberg.

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48) Wagenzug der Fugger (ca. 1530)
Das Ende des Herrschergeschlechts der Hohenstaufen
(1138 - 1254) und damit einer starken kaiserlichen Reichspolitik
war gleichzeitig auch mit dem Niedergang des einst so stolzen
Rittertums verbunden, das ohne wirtschaftliche Basis teilweise
zum Raubrittertum entartete.
Die Städte, wirtschaftlich erstarkt, mussten ihre Wagenzüge mittels
bewaffneter Geleite gegen Überfälle der Schnappsäcke" sichern.
Die "Pfeffersäcke" - so wurden die Kaufherren von den Raubrittern
genannt - schlugen zurück.

49) "Das Gericht der Werwölfe"nach Hermann Löns "Der Werwolf"

Vor mehr als 400 Jahren ziehen im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) fremde Truppen
raubend und mordend durch das Burgdorfer Land. Die "Werwölfe", eine Schutztruppe
der einheimischen Bauern, nehmen furchtbare Rache an den plündernden Soldaten.
An einem Galgen zwischen einem toten Schwein und einem toten Hund werden diese
Söldner erhängt. Das Diorama zeigt die Urteilsverkündung.



50) Römische Truppen auf dem Marsch durch die Sümpfe Germaniens
Für die römischen Truppen waren die Niederungen Norddeutschlands eine
besondere Gefahr. Hier lauerten die Germanen den Römern auf, um
sie durch einzelne kleine Gefechte zu schwächen. Die Römer
konnten aufgrund der Geländegegebenheit (Sumpf und Urwald) kaum ihre
Kriegstaktik entwickeln und wurden häufig durch die Germanen überfallartig
angegriffen.

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51) Taufe der Sachsen, um 800
Karl der Große unterwarf die von Widukind
geführten Sachsen in den Jahren 772-804 und
zwang sie, das Christentum anzunehmen. Unser
Diorama zeigt die Taufe einer Gruppe von Sachsen.



52) Pferdesprung bei den Germanen
Nach Gustav Freitag: "Die Ahnen"
" Zuerst wurden 2 Rosse nebeneinander gestellt, Kopf an Kopf und Schweif
an Schweif. Die Springer traten zurück und schwangen sich mit kurzem
Anlauf hinüber; fast allen glückte der Sprung; aber bei 3 Rossen gelang
es nur einer kleinen Zahl, und über 4 sprang Theodulf allein, und als
er hinter den Rossen zum Haufen der anderen zurücktrat, sah er
herausfordernd den Fremden an und winkte mit der Hand zur Folge....
er selbst ordnete die Pferde anders, dass der Schimmel als 5. stand;
dann sah er sich um, empfing den Zuruf seiner Freunde und wagte den
mächtigen Sprung."

53) Germanisches Dorf
Die Germanen siedelten häufig sippenweise in kleinen Gehöften.
Meist an einer Quelle oder einem Wasserlauf gelegen, waren diese
Siedlungen von Feldern und Wiesen umgeben. Während die Männer
mit Hund und Speer zur Jagd gingen, versorgten die Frauen den Haushalt.
Neben den Kindern beaufsichtigten sie auch die Mägde. Die Herstellung
von Kleidung aus selbst hergestelltem Tuch war eine der zentralen Aufgaben.

54) Jagd bei den Germanen, um Christi Geburt
Neben Ackerbau und Viehzucht gingen die Germanen auch auf die Jagd.
Als Jagdwaffen kannten die Speer, Spieß, Schwert, Schleuder,
Pfeil und Bogen. Zur Unterstützung setzten sie auch schon Hunde ein.
Das Wild wurde gehetzt, gestellt und mit dem Jagdspieß erlegt.

55) Friedrich der Große - am Vorabend der Schlacht bei Leuthen, 1757(westl. von Breslau)
Friedrich der Große versammelte seine Offiziere, um sie auf den kommenden
Kampf gegen die Österreicher einzuschwören. "Lassen sie es sich also
gesagt sein: ich werde gegen alle Regeln der Kunst die beinahe
dreimal stärkere Armee des Prinzen Karl angreifen, wo ich sie finde.
Ich muß diesen Schritt wagen, oder es ist alles verloren; wir müssen den
Feind schlagen, oder uns alle vor seinen Batterien begraben lassen."

56) Herzog Georg Wilhelm auf Winterreise in der Südheide, 1665-1705
Den Herzog begleiten seine Gemahlin Eleonore und die Prinzessin
Sophie-Dorothee, die spätere Ehefrau des Erbprinzen Georg Ludwig
von Hannover und Großmutter Friedrich des Großen. Als Bedeckung
folgt eine Abteilung der Celleschen Leibgarde. Charakteristisch
für die Cellesche Kavallerie war der weiße Hut.

57) Kampf bei Preußisch-Eylau (Februar 1807)
Um Königsberg zu schützen, stellte sich General Bennigsen mit seinen
russischen Truppen (70.000 Soldaten und 450 Geschützen) Napoleon
südwestlich von Königsberg entgegen. Der zweitägige Kampf erschöpfte
beide Seiten so stark, dass kein eindeutiger Sieger hervorging.
26.000 Russen starben und 19.000 der Franzosen. Napoleon soll
nach diesem schweren Kämpfen gesagt haben: Eine Nacht in Paris wird das
alles wieder gut machen.

58) Marsch in die Winterquartiere um 1760
Zur Zeit Friedrich des Großen war es für alle Truppen schwer, einen
Krieg im Winter zu führen. Auf unbefestigten Wegen war kaum ein
Fortkommen möglich. So verlegte man die Truppen in so genannte
Winterquartiere, um sie ggf. im Frühjahr wieder in Marsch zu setzen.
Hier dargestellt Hannoversche Dragoner und Infanterie

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59) "Bäckertaufe" um 1630
Im Mittelalter wurden oftmals gegen Handwerker, die Zunftregeln nicht
befolgten, "zünftige" Strafen verhängt.
Hier wird ein Bäcker, der ein zu kleines Brot gebacken hatte,
-unter lebhafter Anteilnahme des Volkes- in einem Kasten (Wippe
oder Schandstuhl) mehrmals kurz unter Wasser getaucht.
Im Mühlenmuseum Gifhorn, ist eine solche Einrichtung aufgebaut.

Gespendet durch die Bäcker Burgdorfs.

60) Schanzbauten zur Stauung der Oker Im 30-jährigen Krieg war Wolfenbüttel durch kaiserliche Truppen
besetzt worden. Seit dem Herbst 1640 bemühten sich die braunschweigischen
und lüneburgischen Truppen und mit ihnen die verbündeten Schweden
und Franzosen, die Stadt wieder in ihre Hand zu bekommen.
Daher errichtete man in der Okerniederung nördlich von Wolfenbüttel
einen Staudamm. Bis zu 3000 Schanzbauern waren dafür im Einsatz.
So wurde die Stadt unter Wasser gesetzt und die Mühlen konnten nicht
mehr arbeiten. Der Stadtkommandant gab aber nicht auf. Ein Jahr später
zogen die Belagerer ergebnislos ab.

Gespendet durch Expert-EHG-Burgdorf, Mai 1991

Erbauer:H.J. Block, Braunschweig

61) Schlacht bei Minden 1759
Im Sommer 1759 stand Friedrich der Große vor dem Abgrund. Sei 2.
Feldzug gegen die Österreicher und Russen war gescheitert.
Schweden und Franzosen drohten im Norden und Westen einzufallen.
Da zerschlug plötzlich Ferdinand, Herzog von Braunschweig und Lüneburg
mit 40.000 Mann Hannoveranern, Briten, Preußen, Braunschweigern,
Hessen und Bückeburgern die französische Invasionsarmee bei Minden
Die Umklammerung war gesprengt und Preußen gerettet.

Großdiorama (Tischaufstellung)Spende durch Kreissparkasse Hannover
ca. 1987, Figuren: Grünewald

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62) Schloss Charlottenburg und die Parade der Alliierten Streikkräfte
1695 entstand damals in ländlicher Umgebung eine Meile von Berlin
entfernt das Schloss Charlottenburg. Leibniz nannte es auch "Schloss
Lustigburg". Im zweiten Weltkrieg brannte das Schloss völlig aus.
Es wurde restauriert und erstrahlt nun im neuen Glanz. Von 1973 bis
1976 fanden die jährlichen Paraden der Alliierten, wie hier dargestellt,
vor dem Schloss statt
(Grossdiorama mit Glashaube ca. 1 qm)
63) Falkenjagd (nach Holbein)
Landgraf Friedrich der II. unterhielt in Nordhessen eine eigene
Falknerei(um 1750) Jedes Jahr im Juni lud er zu einem Jagdvergnügen ein.
Die Beizjagd auf Graureiher war der Höhepunkt. Nachdem die Vögel aus
ihrem Brutgebiet aufgescheucht wurden, setzte man die Falken zum
Schlagen der Reiher an. Herzog Christian Ludwig von Celle errichtete in
Celle-Altenhagen schon 1660 einen sogenannten Reiherpfahl mit Inschrift,
der an die Reiherbeize mit Falken erinnert.

64)Poststation in Schillerslage um 1800

Herzog Georg Wilhelm von Celle unterhielt, wie jeder Landesfürst,
eine eigene Landespost. Nicht die "Reiselust der Bevölkerung", sondern
der Wunsch, eine schnelle Postverbindung zwischen Celle und Hannover
war der Grund. Um 1785 entsteht in Schillerslage an der "Postchaussee"
eine neue Station.
Unser Diorama zeigt, dass auf einer solchen Station Pferde
untergestellt und beschlagen werden konnten. Die Reisenden
hatten die Möglichkeit, sich in einer Schankwirtschaft zu erfrischen
und wenn notwendig auch zu übernachten.
Schillerslage lag im Kreuzungsbereich einer Ost-West-Verbindung, die
von Preußen nach Minden führte und von Süden kommend nach Hamburg
und Bremen weiterging.



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65) Französisches Feldlazarett um 1813
Das Diorama zeigt einen Verbandsplatz unter freiem Himmel.Verwundete
werden durch Ambulanzwagen herangebracht und vom Feldarzt im Sanitäts-
Zelt behandelt.
Seinerzeit galt das Sanitätswesen der Franzosen als vorbildlich.
Napoleon hatte eigene Sanitätseinheiten aufstellen lassen. Die Feld-
Ärzte waren gut ausgebildet und praktizierten nach den neuesten
Erkenntnissen der Wissenschaft. Dennoch starben viele Verwundete
an den Folgen der Wundinfektionen.

66) Entscheidungsschlacht Germanen gegen Römer 9 n.Christus
An einem Septembermorgen im Jahr 9 n. Christus setzt sich der
gigantischer Tross der Römer mit rund 20 000 Menschen in Bewegung.
Ziel ist das Winterlager in Xanten am Rhein. Auf diesem Marsch
werden die Römer in einen germanischen Hinterhalt gelockt. Die Armee
erleidet eine vernichtende Niederlage. Entscheidend war die Rolle
des Germanen Arminius, der in Rom seine Ausbildung erhielt.
Er lockte die Römer in eine Falle und besiegelte damit das Ende
der römischen Eroberungszüge.
Nach neuen Erkenntnissen fand die Schlacht am Nordrand des Wiehengebirges
im Osnabrücker-Land statt.





67) Türkischer Markt um 1920
Das Diorama soll einen Eindruck von einem typischen türkischen Markttag in einer
westtürkischen Stadt vermitteln. Hauptsächlich werden hier Obst,
Gemüse und einfache "Klamotten" feilgeboten. Durch lautes Rufen soll
der Kunde angelockt werden.
Infolge die Einwanderung der Türken nach Deutschland, sind hier in den
Großstädten ebenfalls türkisch geprägte Märkte entstanden. Der bekannteste findet
findet sich in Berlin am Maybachufer in Neukölln. "Her parca, bir Euro!"
"Jedes Stück ein Euro" ist der meistgehörte Satz.

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68) Schlacht bei Sievershausen 1553
Markgraf Albrecht von Brandenburg wollte mit seinem Heer
von Minden kommend Braunschweig erreichen, um in Kursachsen einzufallen.
Kurfürst Moritz von Sachsen stellte sich ihm aber in den Weg. Es kam
zu einem blutigen Kampf bei Sievershausen. Insgesamt fielen auf beiden
Seiten 4000 Mann.
Albrecht wurde zwar geschlagen, doch Moritz bezahlte mit seinem Leben.
Später schreibt Albrecht:" Es ist eine Schlacht gewest, dergleichen in
vielen Jahren keine in Deutschland geschehen."

69) Ritterturnier, um 1180
Nachdem der Turnierherr mit seinen Hofdamen, begrüßt vom Jubelruf
und Hörnerschall, Platz genommen hatte, zogen die Ritter unter Trompetenklang
und Trommelschlag in die Turnierschranken. Mit verhängten Zügeln sprengten
die gepanzerten Ritter auf ihren Pferden gegeneinander. Die Lanzen wurden
gesenkt und auf den Schild des Gegners gerichtet. Traf der Stoß richtig,
so wurde der Gegner entweder aus dem Sattel gehoben oder die Lanze zerbrach
auf dem parierenden Schild. Dem im Turnier bewährten Ritter winkten als Preis:
ein Sperber, ein Habicht, ein Paar Windhunde, ein Kranz oder ein Gürtel.
Die Damen bewunderten ihn und schenkten ihm Liebe ... und die Fürsten schenkten
ihm ihre Gunst.

70) Französisches Husarenlager, Einquartierung in einem Gutshof 1809
Mit ihrem Pelz, dem Dolman und der Säbeltasche waren die Husaren die
prächtigsten Reiter des Französischen Kaiserreiches. Bewaffnet mit einem
Säbel und dem Karabiner von 1786 zeichneten sie sich durch Tollkühnheit und
Verwegenheit aus. Deshalb lichteten sich die Reihen der Husaren sehr schnell.
In der Schlacht von Lützen 1813 zählte das 10. Regiment 25 Träger des Kreuzes
der Ehrenlegion. Am Abend nach der Schlacht waren es nur noch fünf.

71) Viehmarkt vor den Toren der Stadt Celle, um 1685
In der Enge der Kleinstadt Celle gab es an den Markttagen nicht
genügend Platz für den Verkauf von Vieh. Daher wurde das Großvieh
wie Pferde und Kühe vor den Toren zum Verkauf angeboten. Hinzu gesellten
sich die Sattler, Seiler, Hufschmiede und ähnliche Handwerker.
Ein Quacksalber und ein Zahnreißer durften natürlich auch nicht fehlen.
Sie zogen, wie in diesem Diorama zu sehen, besonders viele Leute an.
Auch der Adel, erkennbar an breiten weißen Kragen und Spitzenmanschetten,
nutzte den Markt zu einer Plauderei.



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72) Das Dorf Dachtmissen fällt an die kaiserlichen Truppen, 1648
Bis zum Jahr 1422 wurde das Amt Burgdorf damals noch als Amt Dachtmissen
bezeichnet. Dieses Dorf, am Übergang der Aue gelegen, besaß ein herrschaftliches
Vorwerk, auf dem sogar Bürger aus Burgdorf Hand- und Spanndienste zu leisten hatten.
Die günstige Lage an der Aue verschaffte Dachtmissen sogar ein Zollhaus.
Noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden hier Zoll- und Brückengeld erhoben.
Die schlimmste Zeit erlebte das Dorf im Dreißigjährigen Krieg. Der Aueübergang
war heiß umkämpft und gegen die Übermacht der kaiserlichen Truppen konnten die
Verteidiger nicht bestehen.

73) Schlittenfahrt August des Starken von Sachsen um 1710
Kurfürst August von Sachsen, später zugleich König von Polen,
hatte bei seinen Regierungsgeschäften keine glückliche Hand.
Umso mehr wandte er sich den schönen Künsten zu. Sein Regierungssitz
Dresden sollte ein Juwel werden. So entstanden die Frauenkirche,
der Zwinger, die Schlösser Moritzburg und Pillnitz. Umfangreiche
Sammlungen sind heute noch zu bewundern. Er begründete die älteste
Porzellan-Manufaktur Europas in Meißen.
Zu seinem Lebensstil gehörte es auch, dass er dem Volk seine
Mätressen, wie Aurora von Königsmarck oder Gräfin Kosel, dem Volk
während einer Schlittenfahrt präsentierte.

74) Wolfsjagd im Burgdorfer Holz
Die Bauern waren gezwungen dem Wolf so stark nachzustellen, weil
Schweine und auch Pferde im Winter draußen auf der Koppel oder im
Wald in einfachen Verschlägen blieben. Hatte es eine reiche Eichelmast
gegeben, kamen die Schweine gut über den Winter, vorausgesetzt, die
Wölfe hatten sie verschont. Im Kirchenbuch von Obershagen ist ein
Eintrag zu finden, dass die Wölfe 3 bis 10 Schweine aus den Ställen
geholt hätten.
Der ehemalige Landkreis Burgdorf und die Gemeinden Elze, Brelingen,
Mellendorf, Scherenbostel, Altwarmbüchen führten oder führen noch
ein Zeichen für die Wolfsangel in ihren Wappen.

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75) Tiroler Freiheitskampf gegen Franzosen und Bayern - 1809
Nach den Siegen der Tiroler in den großen Berg-Isel-Schlachten
war im Sommer 1809 Ruhe im Land. Der Feind geschlagen, Tirol befreit.
Napoleon holte indessen zum Gegenschlag aus. Im Schönbrunner Frieden
vom 14.10.1809 musste Österreich auf Tirol verzichten. Mit 50.000 Mann
unterwarf General Drouet die erneute Volkserhebung der Tiroler,
denn nur wenige tausend Getreue hatten sich zum Widerstand:
"Das letzte Aufgebot" versammelt.



76) Rudolf von Habsburg wird Deutscher König
Nach dem Tod Kaiser Friedrichs II. übertrug der Papst die Entscheidung
zur Wahl des römisch-deutschen Königs den Kurfürsten. Diese einigten
sich auf den Grafen Rudolf von Habsburg. Seine militärischen
Fähigkeiten beeindruckten damals viele.
Im Sommer 1273 belagerte Rudolf von Habsburg Basel, dessen Bischof sich
nur mühsam verteidigen konnte.
Ende September 1273 trifft der abgesandte Burggraf von Nürnberg im
Feldlager Rudolfs ein und überbringt die Nachricht der Königswahl.
Dieser Augenblick ist im Diorama dargestellt.

77) Ein Abend im Gifhorner Schloss
Wegen des Wildreichtums der Wälder und Flure seiner Umgebung war das Schloss
für die regierenden Fürsten seitdem gerne Ausgangspunkt leidenschaftlicher
Jagden und damit verbundener gesellschaftlicher Veranstaltungen, für
die sie "Lager" im Schloß nahmen.
Das Diorama zeigt eine solche Abendgesellschaft im Rittersaal des Schlosses
Anfang des 18. Jahrhunderts zur Zeit der Regierung hannöverscher Kurfürsten.

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78) Mutter Courage
In dem Drama "Mutter Courage und ihre Kinder" schildert Berthold Brecht
das Leben der Anna Fierling, genannt "Mutter Courage" , die von 1642 bis
1636 mit ihrer Tochter und ihren beiden Söhnen als Marketenderin im
Gefolge verschiedener Heere durch Europa zieht. Durch Kriegseinflüsse
verliert sie ihre Kinder und muß allein weiterziehen.
Das Diorama zeigt Mutter Courage am Lagerfeuer in Verhandlungen mit dem
Zahlmeister. Ihre Tochter Katrin hängt Wäsche auf, während Sohn
Schweizerkas dem Treiben zusieht.
Das Frühjahr kommt! Wach auf , du Christ!
Der Schnee schmilzt weg. Die Toten ruhn.
Und was noch nicht gestorben ist
Das macht sich auf die Socken nun.
Mit diesen Worten endet das Stück. Mutter Courage ist weitergezogen.
Das Ende ihres Weges kennen wir nicht.

79) König Gustav II. von Schweden im Gebet vor der Schlacht bei Lützen - 1632
Im Jahr 1630 landete König Gustav II. von Schweden auf der Insel Usedom.
Er will den Protestanten gegen die Katholische Liga des Kaisers zur
Hilfe kommen. Inzwischen war Wallenstein bereits in Sachsen eingedrungen.
Bei Lützen (südwestlich von Leipzig) treffen beide Heere am 6. November 1632
im dichten Morgennebel aufeinander. Bevor die Gegner sich ausmachen können
betet Gustav Adolf mit seinen Offizieren und Soldaten.
Diesen Augenblick erfasst das Diorama.
Im Verlauf der Schlacht wird Gustav Adolf, schon am Arm verwundet
tödlich getroffen.

80) Doppelkasten, schwarz, original Schirmer , Lagerleben (Text wird später eingefügt) Beschreibung folgt

81) Langer schwarzer Kasten aus Schirmers Zeit. Rückkehr aus dem Manöver, Vollplastische Figuren
(Nürnber Meisterzinn) Stiftung Bialy Uetze Text wird später ergänzt.

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82) Der Schwarze Herzog vor der London Schänke in Hannover 1809
Am 3. August 1809 erreicht der Herzog mit seinen Truppen von Burgdorf
aus kommend Hannover. Die französischen Beamten haben bei Annäherung der
Braunschweiger die Stadt höflich verlassen. So kann sich die "Schwarze
Schar" 4 Stunden ausruhen und wird von der Bevölkerung reichlich verpflegt.
Der Herzog selbst begibt sich in die London-Schänke. Am gleichen Tag wurde
Hannover in Richtung Hoya verlassen.
Das Gebäude der London-Schänke wurde 1824 Armenhaus.

83) Landsknechte in Kampfaufstellung
Schon 1509 sind die deutschen Landsknechte der Kern des Söldner-Heeres.
Strenge Vorschriften sicherten die Aufrecherhaltung einer straffen Disziplin.
Mit gedrängten Spieß- und Hellebardenwald dringen die Landsknechte auf den
Feind ein. In den hinteren Reihen standen die zuverlässigen Doppelsöldner,
die den Haufen vorantreiben sollten und Feiglinge einfach niedermachten.
Unter Trommelschlag geht dieser "helle Haufen" im Sturmschritt vorwärts.
(Spende Optiker Meyer, Mai 2000)

84) Bauarbeiten zur Errichtung der Friederiken-Brücke in Herrenhausen, 1839
Mit der Stadtgeschichte Hannovers ist der Hofbaurat Georg Ludwig Laves eng
verbunden. Zahlreiche Gebäude wie: Oper, Waterloo-Säule, Wagenheimsche Palais,
Mausoleum u.a. wurden nach seinen Plänen gebaut. Auch die Friederiken-Brücke,
die den Großen Garten mit dem Georgengarten verbindet, wurde durch Laves
errichtet. Das Diorama zeigt die Errichtung eines der beiden Brückenlager.

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85) Vier Ereignisse aus dem Leben des Herzogs von Braunschweig (in einem Diorama)
1.Der preußische Oberbefehlshaber, Feldmarschal Karl Wilhelm
Ferdinand, Herzog von Braunschweig-Lüneburg empfängt französische
Emigranten und lässt sich zur Unterzeichnung des "Koblenzer Manifestes"
überreden, 1792.
2. Der Herzog v. Braunschweig wird in der Schlacht bei Auerstädt
durch einen Kopfschuss schwer verwundert,1806.
3. Der Herzog schickt seinen Oberkammerherrn zu Napoleon zwecks
Schonung seines Landes Braunschweig, 1806.
4. Der Herzog ist nach Dänemark geflüchtet und stirbt an den Folgen
seiner Verwundung,1806.

86)
Spargelernte im Burgdorfer Land

Mit einer Anbaufläche von rund 4800 Hektar ist Niedersachsen
das Spargelland Nummer 1 in Deutschland. Die Vermarktung des Spargel
erfolgt größtenteils über Hof- und Wochenmärkte sowie Verkaufsstände
in den Städten. Traditionell arbeiten vor allem Erntehelfer aus Osteuropa
auf den Spargelfeldern. Sie stammen aus Polen, Rumänien und teilweise
aus Bulgarien. Bis zum 24. Juni sind sie im Einsatz - dann endet die Ernte.
Zum Johannistag, den 24. Juni, heißt es in Deutschland:
"Kirschen rot - Spargel tot." Dieser Ernte-Schlusstag wurde festgesetzt,
um den Pflanzen ausreichende Zeit zur Erholung zu geben.


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87) Einweihung der Waterloo-Säule in Hannover 1832
In der Schlacht bei Waterloo war am 18.6.1815 Napoleon besiegt worden.
Damals sollen 6000 Hannoveraner in den Schlachten gefallen sein. Im Juni 1831
treten die Truppenteile der Hannoverschen Armee zu einer feierlichen Einweihung
auf dem Paradeplatz an. Das Denkmal wird enthüllt, auf der Säule 46 m hoch ,thront die
Siegesgöttin Viktoria. Ein Zeitzeuge notierte: Nach der Feier erfolgte
eine Speisung der Waterloo-Männer, Soldaten und Unteroffiziere im Reithause.
Der Zinnfiguren-Herausgeber Rieche/Hannover hielt diese Einweihung mit seinen
Figuren fest, die heute noch sehr gesucht sind.



Der Hannoversche Stab


88) Germanische Fliehburg
Die Germanen errichteten Fliehburgen, wenn sie von den Römern
bedrängt wurden. In die Burganlage zog man sich mit Frauen,
Kindern und dem Vieh zurück.
Unser Schaubild zeigt die ungestüm vorstürmenden Germanen,
die gegen die überlegene Bewaffnung der Römer kaum eine
Chance hatten. Im Vordergrund rückt die römische Truppe
im Schutze ihrer Schilde vor. Diese wurden nach vorn, nach oben
und zur Seite gehalten. Bekannt wurde diese Taktik unter dem
Begriff "Schildkröte". So gelangten die Legionäre im Schutze dieses
Panzers an die Burgwälle.

89) Malachowski Husaren (Nr.7)um 1763
Eine Abteilung des Husarenregiments Nr.7 lagert auf einem
Bauernhof bei Bischofswerder. Nach damaligem Brauch
wurde es auch mit dem Namen seines Chefs (nicht Kommandeur)
Generalmajor Paul Joseph Malachow von Malachowski belegt.
Der populärste Husar z.Z. Friedrich des Großen war wohl
Hansjoachim von Ziehten, z.Z. Napoleons Blücher und danach
von Mackensen.
Husaren waren die leichte Kavallerie, die hauptsächlich für
Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben eingesetzt wurden.

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90) Hoch auf dem Ernte-Wagen ... um 1950
Vor mehr als 50 Jahren war die Getreideernte auf den Dörfern
durch Erntehelfer, Leiterwagen und Pferde geprägt. Mit der
Sense gemäht, zu Garben gebunden und Stiegen aufgestellt,
trocknete das Getreide zunächst auf den Feldern bevor es hoch
aufgestapelt auf Leiterwagen abgefahren wurde. Für Kinder und
Erwachsene war die Fahrt auf einem "gelben Wagen" über
holprige Wege jedes Mal ein spannendes Erlebnis. In der Nachkriegszeit
(ab 1945) gingen außerdem viele Leute zum Nachlesen über die
gemähten Felder, um eventuell abgebrochene Ähren zu sammeln.
Die Körner wurden dann zu Mehl verarbeitet, das in jener
Zeit wegen der Mangelwirtschaft rationiert war.

91) Yellow Rose of Texas um 1863
(Stab der Texas-Kavallerie mit Scouts und Eskorte)
Während des Amerikanischen Bürgerkrieges (1861 - 1865) kämpften auf
Seiten der Südstaaten-Armee besonders ausgezeichnete Kavallerie-Truppen
aus dem Staat Texas. Teile dieser Einheit sind hier bei einem Halt auf einem
Erkundungsritt dargestellt. Begleitet werden sie von einem Apachen sowie
mehreren Zivilscouts.

92) Napoleon kehrt 1815 noch mal zurück
Napoleon kehrt aus dem Exil der Insel Elba nach Frankreich zurück. Seine Alte Garde
läuft jubelnd zu ihm über. In der Schlacht bei Waterloo
am 18. Juni 1815 wird er entscheidend geschlagen. Damit endet seine
100-Tage-Herrschaft. Verbannt auf die Insel St. Helena stirbt er 1821.



93) Ausflug zum Kaffegarten um 1865
Kaffeegärten waren ein beliebter Anlaufpunkt für Ausflügler,
die dem Stadtlärm entgehen wollten. Aus diesen Gärten,
die häufig auch Tanzveranstaltungen anboten, entstanden dann die
Biergärten. Die Gaststätte 'Hahneburg' an der Bemeroder
Landstrasse, südlich
des Südschnellweges in Hannover,
ist ein typisches Beispiel für diese Art der Erlebnisgastronomie.
Um die Jahrhunderwede tummelten sich dort zwischen den Tischen
Zwerghühner, Pfaue und Fasane. Hermann Löns war dort häufig
als Gast anzutreffen.

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94) Flucht und Vertreibung aus Ostpreussen 1944/45
Fast 15 Millionen Menschen flüchten aus den deutschen Ostgebieten vor
der Roten Armee, die die damalige Reichsgrenze bereits überschritten hatte.
Die Angst war so groß, dass selbst der strenge Winter 44/45 die Menschen
nicht zurückhalten konnte.
Wenn wir uns das Diorama genauer ansehen, besteht die Flüchtlingstruppe
hauptsächlich aus Frauen, Kindern und Greisen. Ein Pferdegespann, ein
Handwagen oder einfach ein Rucksack nahmen die wenigen Habseligkeiten auf.
Kleine Holzhütten auf den Leiterwagen sollten vor der strengen Kälte
schützen. Doch viele dieser Gespanne kamen nicht weit, weil die Pferde
nicht genügend Futter erhielten und die wochenlange Fahrt durch Schnee die
Tiere überforderte. Christian von Krockow berichtet in seinem Buch
"Die Stunde der Frauen" von seiner Schwester, die den Anblick, der in den
Straßengräben liegenden toten Frauen, Kinder, Greise, Tierkadaver,
zerbrochener Pferdewagen und zurückgelassener Habseligkeiten kaum mehr
ertragen konnte.
Das Diorama zeichnet diese unmenschlichen Szenen nach und will daran erinnern,
welch furchtbare Heimsuchung die ehemaligen Ostgebiete und deren Menschen
erfahren mussten - als Folge des Nationalsozialismus.
Dieses Diorama setzt gleichzeitig ein Mosaiksteinchen gegen das Vergessen.

95) Adenauer kehrt mit seinem Sonderzug aus Moskau nach Bonn zurück (1955)
Moskau möchte 10 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges diplomatische
Beziehungen mit der Bundesrepublik aufnehmen. Der deutsche Bundekanzler
Adenauer will im Gegenzug die letzten 10 000 Kriegsgefangenen frei bekommen.
Nach harten Verhandlungen mit Bulganin und Chruschtschow geben beide vor
der Presse die mündliche Zusage. Adenauer kehrt mit seinem Sonderzug in die
damalige Bundeshauptstadt Bonn zurück. Diesen Moment zeigt das Diorama.
Im Zug wurde auch der Dienstwagen des Kanzlers mitgeführt, außerdem diente
der Zug auch als Beratungs-und Konferenz-Zentrum mit einem abhörsicheren
Bereich. Tatsächlich kehrten im Oktober 1955 die ersten Krieggefangenen heim.

96) Großmodell eines Vikinger-Schiffes mit vollplastischen Figuren
Text folgt.

97) Gross-Diorama mit Glashaube : Peletonfeuer (Gruppenfeuer) auf der Stelle um 1756
Wollte man mit Gewehrfeuer einen Erfolg erzielen, musste in Gruppen geschossen
werden, weil die Treffsicherheit des einzelnen Gewehres sehr gering war.
Diese exerzierte Schießtechnik konnte aber nicht immer durchgehalten werden.
So heißt es von preußischer Seite: "Man fing an mit Peletons zu schießen,
zwei, drei feuerten ordentlich , dann folgte ein allgemeines Losrennen
und das gewöhnliche rollende Feuer, wo jeder, der geladen hat, abdrückt,
Glieder und Rotten sich mischen, die vordersten gar nicht dazu gelangen,
sich aufs Knie niederzulassen!"
Dargestellt ist das preußische Regiment zu Fuß (Musketier), v. Winterfeldt (Nr. 1)
Leib-Bataillon
Anmerkung: Zu betrachten ist das Diorama nicht von der langen Seite her
sondern vom Kopfende
Bemalung und Gestaltung Karl-Heinz Kolbitz

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98) Lohengrin
Am Ufer der Schelde in Brabant (heute Lothrigen) hält König Heinrich der Vogler
Heerschau und Gerichtstag, um einen Nachfolgestreit zu schlichten. Elsa, die Tochter
des verstorbenen Herzogs von Brabant, soll ihren eigenen Bruder getötet haben.
Graf Telramund klagt gegen Elsa. Diese träumte von einem edlen Ritter, der für sie
gegen Telramund streiten soll. Da naht auf der Schelde ein Nachen, von einem Schwan
gezogen, und ein unbekannter Held tritt für Elsa zum Kampfe an.
Figuren: R. Grünewald  Bemalung: Grünewald/Hübner
Einrichtung: Horst Hübner

99) Ein Maskenball im Schlossgarten zu Herrenhausen um 1840
Schloss und Barock-Garten waren in erster Linie ein Repräsentationsobjekt
der Welfen. Prunkvolle höfische Feste sollten Glanz und Macht widerspiegeln.
So erlebte der Adel pompöse venezianische Nächte mit Gondelfahrten auf dem Wasser.
Schon vor 300 Jahren hat Hannovers Kurfürstin Sophie gesagt:
" Mit dem Garten in Herrenhausen können wir prunken."
Heute ist Hannover stolz darauf, einen solchen Garten zu besitzen und noch
stolzer, wenn das Schloss nach den alten Plänen errichtet sein wird.
Im Innern jedoch werden moderne Ausstellungs- und Konferenzräume entstehen.
Einen virtuellen Blick auf die neue Anlage zeigt uns das Bild der Firma
Virtual-Pix Gmbh aus Hannover, die dem Museum das Bild dankenswerter Weise
zur Verfügung gestellt hat.
Dioramen-Spende Stadtsparkasse Burgdorf, Figuren verschiedener Hersteller
aus dem Fundus der Sammlung, Bemalung Günter Gremmels Hannover, Hintergrundbild
Firma Virtual-Pix Hannover, eingerichtet durch Horst Hübner, Juni 2010

100)Garde du Corps Königreich Hannover 1860
Das Königreich Hannover verfügte von 1816 bis zur seiner Armeeauflösung 1866
über ein Regiment Garde du Corps. Es war in einem 1736 zur Kaserne umgebauten
Maultierstall am Königsworther Platz in Hannover untergebracht. Das Regiment war
zugleich Leibwache als auch Mustereinheit. Nach 1866 wurde es in die preußische
Armee als Königs-Ulanen-Regiment Nr.13 eingegliedert. Das Diorama zeigt dieses
Kürassier-Regiment in Paradeuniform. Auf großen dunklen Pferden sitzend, geschützt durch einen silberfarbenen
Küraß (Brust- und Rückenschild) boten die Reiter ein eindrucksvolles Bild.

101)Schlacht bei Hastenbeck/Hameln am 26. Juli 1757
Im Siebenjährigen Krieg stand Friedrich der Große mit seiner Armee gegen die Truppen
von Frankreich, Russland und Österreich. Er hielt sich gerade in Böhmen auf, als von
Westen her die Franzosen ihn bedrohten. Unter dem Kommando des Herzogs von Cumberland
kämpften Hannoveraner, Braunschweiger, sechs Bataillone der Preußen und Soldaten aus
Hessen-Kassel (36.000 Mann) gegen die anrückenden Franzosen (60.000 Mann). Der Herzog
beurteilte den Ausgang der Schlacht fälschlicherweise als verloren und zog ab.
Die Franzosen, die schon auf dem Rückzug waren, stoppten, kehrten zurück und besetzten Hameln.
Damit endete eine der merkwürdigsten Schlachten der Geschichte.

102) Huldigung des Pharaos


103) Samen bei der Sichtung ihrer Rentier-Herde
Die halbwilden Tiere werden gerade in ein Gatter getrieben. Dort bekommen die
Jungtiere Ohrmarken, indem sie mit einem Messer eine bestimmte Kerbe in das Ohr geritzt
bekommen. Frage nie einen Samen nach der Größe seiner Herde, er wird es als Beleidigung
auffassen. Andere Tiere werden zum Schlachten heraus gefangen. Bei den Renen tragen
männliche und weibliche Tiere ein Geweih. Die Tiere folgern den natürlichen jahreszeitlichen
Wanderrouten zwischen Waldland im Winter und Gebirge im Sommer. Heute leben nur noch
15 % der Samen ausschließlich von der Rentierzucht. Sie verkaufen das Fleisch und die
Felle der Tiere.



104 bis 111) Acht Dioramen mit unterschiedlichen Krippendarstellungen der Geburt Jesu

112) Figuren für eine Großaufstellung "Flucht und Vertreibung 1945 aus Ostpreußen".
Beschreibung siehe Nr. 94, dort auch das gleiche Thema im Standard-Diorama.
Zunächst war diese Sammlung eine Dauerleihgabe. Nach dem Tod des Leihgebers (2014)
ist die Sammlung auf seinen Wunsch hin in den Besitz der Stadt Burgdorf übergegangen.



Die nun folgenden Dioramen 113 bis 132 sind Bestandteil einer Schenkung durch Herrn Wolfgang Lohse,
Oranienburg im Februar 2012.
113) Kampf um Troja, um 1180 v. Chr.

Trotz ihrer Erfolge auf dem Schlachtfeld konnten die Griechen Troja
nicht einnehmen. Die Legende berichtet, dass schließlich der listenreiche
Odysseus die Griechen überredete, ein großes hölzernes Pferd zu bauen.
In dessen Bauch sollten sich die tapfersten Kämpfer unter Führung des
Odysseus verbergen.
Die Trojaner hielten das riesige Pferd für eine Gabe der Götter und zogen
es in ihre Stadt. Bei einbrechender Nacht stiegen die Griechen aus dem
hölzernen Pferd, überwältigten die Wachposten und öffneten die Stadttore
wo eine Vielzahl der Griechen wartete. Toja wurde geplündert und in Asche gelegt.

114) Nofretetes Ausfahrt aus El Amarna in Ägypten, um 1350 v. Chr.

Nofrete, eine sagenumwobene Königin, war mit dem Pharao Echnaton verheiratet.
Sie und ihr Mann waren für ihr Volk Göttin und Gott zugleich. In der
Stadt Amara, die ca. 300 km südlich von Kairo liegt, hält die Königin Hof.
Bei einer prunkvollen Ausfahrt jubelt ihr das Volk zu.
Nach mehr als 2000 Jahren wird die Büste der Nofretete bei Grabungen gefunden.
Im Ägyptischen Museum in Berlin ist diese einzigartige Darstellung im Original
zu bestaunen.

115) Germanen greifen einen Limes an, um 250 n.Chr.

Über 500 Kilometer lang durchzog der Grenzwall (limes = Grenze)
die germanischen Gebiete im Winkel zwischen Rhein, Main und Donau
und trennte diese vom Römischen Reich. Erdwälle mit Palisaden, festgefügte
Steinmauern durchsetzt mit Wachtürmen sollten die lästigen Überfälle
der Germanen verhindern. An den Durchgängen kam es aber auch zu einem
regen Handel. Um 260 n.Chr. brach unter dem Ansturm der Alemannen die
schützende Wirkung als Grenzsicherung zusammen.

116) Szenenbild aus der Schlacht bei Crecy 1346. Beginn des 100jährigen Krieges Frankreich
England.

Ca. 150 km nördlich von Paris und nahe dem Ärmelkanal beginnt eine lange Periode
kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich England und dem
Königreich Frankreich. Weite Gebiete des heutigen Frankreichs standen unter
dem Einfluss von England. Auf Seiten der Engländer kämpften Langbogenschützen
gegen eine zahlenmäßig überlegene Truppe der Franzosen. Der ständige Pfeilhagel
soll den Franzosen erhebliche Verluste zugefügt haben. So konnten die Engländer
als Sieger der Schlachtfeld verlassen.
Diese Kämpfe begründeten eine Erbfeinschaft zwischen England und Frankreich,
die erst nach dem 2.Weltkrieg 1945 überwunden wurde.

117) Gustav Adolfs Leichenzug, 1632

Gustav II. Adolf von Schweden war von 1611 bis 1632 König von Schweden.
Durch sein militärisch-politisches Handeln und durch seine Reformen
verschaffte er Schweden eine Vormachtstellung im Ostseeraum. Durch sein
Eingreifen in den 30jährigen Krieg sicherte er die Existenz des deutschen
Protestantismus im Kampf gegen das kaiserliche Lager. Sein letzter Kampf
gegen den Kaiser endete für ihn tödlich. Bei Lützen trafen ihn im Kampf
zwei Kugeln. Diese Verwundungen überlebte er nicht. Ein großer Trauerzug
führte in Etappen von Lützen nach Wolgast. In einer Stockholmer Kirche ruht
er heute in einem mächtigen Sarkophag.

118) Napoleon bei den Pyramiden, Juli 1798
In den Frühlingstagen des Jahres 1798 verkündete Napoleon den Plan, Ägypten
nicht nur militärisch zu besiegen sondern auch wissenschaftlich zu erschließen.
In seiner Expeditionsarmee befanden sich neben 30000 Soldaten und 2000 Kanonen
auch 175 Wissenschaftler "Gelehrte Zivilisten". Diese sollten die Altertümer
erschließen und den Grundstein für ein ägyptisches Museum in Kairo legen.



119) Rückzug Napoleons aus Russland 1812
Im Juni 1812 überschritt Napoleon mit seiner multikulturellen Grande Armee aus
Deutschen,Serben und Italienern - weniger als die Hälfte waren Franzosen-
die Memel. Nach der Schlacht von Borodino war der Weg nach Moskau frei.
Doch die Russen hinterließen verbrannte Erde und selbst Moskau stand in Fammen.
Im Oktober 1812 ordnete Napoleon daher den Rückzug an.
Durch Hunger und Kälte demoralisiert, erreichten die Truppen den Fluss
Beresina. Über zwei Brücken wälzte sich das Heer gen Westen. Von 600 000 Mann
kehrten ca. 50 000 heim. Der Mythos seiner Unbesiegbarkeit war dahin.


120) Badende Marketenderinnen
Zum Tross der spätmittelalterlichen Heere gehörten die Marketender, die für die Versorgung
der Soldaten mit Lebensmitteln zuständig waren. Im Lager kochten sie, flickten
Kleidung und pflegten Kranke und Verwundete. Weibliche Marketender boten gleichzeitig
ihre sexuellen Dienste an.

121) Barrikadenkampf, Berlin 18.3.1848
Auf zahlreichen Kundgebungen forderten die Menschen in Berlin
liberale Reformen. U.a. wurde der Ruf nach Presse-, Rede- und Versammlungsfreiheit
laut. Politische Rechte für alle, unabhängig von Besitz und Religion. Als bei einer
Versammlung am 18.3.48 Soldaten auf die Menschenmenge traf, lösten sich Schüsse. Sofort
errichtete man Barrikaden und es kam zu blutigen Kämpfen mit Toten und Verletzten.
Wenige Tage später lenkte König Friedrich Wilhelm IV. ein und akzeptierte eine
verfassungsgebende Nationalversammlung.

122) Preußen im Dorfgefecht (1870/71) Im Deutsch-Französischen Krieg standen sich auf jeder Seite über eine Million
Soldaten gegenüber. Unter dem Oberkommando des Grafen von Moltke besiegte die
preußische Armee mit ihren Verbündeten das franz. Heer. Im Frieden von Frankfurt
mußte Frankreich das Elsaß und Teile von Lothringen abtreten.
In Deutschland kam es zur ersehnten Reichsgründung. Wilhelm I. wurde in Versailles
zum Deutschen Kaiser proklamiert.

123) Der legendäre Sieg der Zulus über die Engländer, 1879

Der Zulukrieg war ein unerklärter Krieg zwischen dem Volk der Zulu
in Südafrika und dem britischen Empire. Das Zuluvolk wollte selbstbestimmt
ihr Land verwalten. Das war den Engländern ein Dorn im Auge. So zogen die
Zulu-Krieger lediglich bewaffnet mit einem Speer und einem Schild mit Kuhhaut
bespannt in den Krieg. Der Kugelhagel der Engländer konnte sie nicht
aufhalten. So fügten sie den Engländern eine vernichtende
Niederlage bei. In einem weiteren Treffen jedoch wurden die Zulu
endgültig besiegt. Das Zululand hatte seine Unabhägigkeit verloren.

124) Theodor Körner im Biwak bei Gadebusch 1813

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. erließ im Februar 1813
einen Aufruf zur Bildung "Freiwilliger Jäger"-Korps um gegen Napoleon
und seine Truppen vorzugehen. Unter Major von Lützow bildete sich das
bekannte Lützowsche Freicops. Nach mäßigen Erfolgen kämpfte das Corps
im Spätsommer 1813 in der Schlacht an der Göhrde in der deutsch-russischen
Legion unter General Wallmoden.

125) Assyrer und Ägypter im Kampf um die Vorherrschaft, 601 v.Chr.

Das Reich der Assyrer erstreckte sich im Zweistromland dem heutigen Irak.
Im Jahr 601 v. Chr. vernichtet Nebukadnezar bei Karkemisch am Euphrat eine
ägyptische Armee, die u.a. auch ganz Syrien unterwerfen sollte. Ein weiterer
Angriff auf Ägypten im Jahr 568 v. Chr. endet ohne Erfolg.

126) Ägypter im Kampf mit den Hethitern 1312 v. Chr.

Neben dem Großreich der Assyrer (heute Irak) gab es eine weitere Großmacht
das Reich der Hethiter (heutige Türkey). Dieses Reich weitete sich immer
weiter aus. Dadurch berührte es den Einflussbereich der Ägypter. Nachdem diese
sogar aus Syrien verdrängt wurden, rüsten beide Seiten zum Krieg. 1312 kam
es zur Schlacht bei Kadesch. Die Ägypter behaupteten das Schlachtfeld, erlitten
aber so starke Verluste, dass der Krieg nach 18jähriger Dauer mit einem
Friedensvertrag beendet wurde. Es ist das älteste Dokument, welches die
Beziehungen zweier Staaten untereinander regelt.

127) Bauernkrieg 1525

Schon lange gährte es im Bauernstand und in den unteren Bevölkerungsschichten
besonders in Süddeutschland, der Schweiz und Östereichs, weil Adel und auch
Geistlichkeit auf deren Kosten lebten. Auf alles mussten Steuern, Zölle und Zinsen
gezahlt werden. Zusätzlich waren sie zu Fron- und Spanndiensten verpflichtet.
1525 kam es unter der Führung von Thomas Müntzer zu einem bewaffneten Kampf
bei Frankenhausen (70 km westl. Halle/Saale), bei dem das Adelsheer unter dem
Kurfürsten Georg von Sachsen und dem Landgrafen Philipp von Hessen die Aufständischen
vernichtend schlug.

128) Der Große Kurfürst auf dem Kurischen Haff, Januar 1679
(Siehe Beschreibung unter Nr. 11)

129) Dorfkampf um 1756 zwischen Preußen und Österreichern

Die Haupttaktik der stehenden Heere im 18. Jahrhundert war die Lineartaktik.
Die Kriegsentscheidung wurde in der offenen Feldschlacht gesucht.
Aber auch zahlreiche Gefechte und Scharmützel bestimmten das Kriegsgeschehen.
Bei Erkundungen und Lebensmittelrequirierungen wurde auch um Dörfer und
Ortschaften gekämpft.

130) Preußische Feld- und Schildwache, Winter 1756 - 1763
Die Kriegslage während des Siebenjährigen Krieges ließ die Einrichtung eines
gemeinsamen festen Winterquartiers nicht immer zu. Zum Schutz der Quartiere
in Dörfern und Zeltlagern wurden starke Feldwachen aufgestellt. Die Infanterie
war für diesen Felddienst im Winter nur ungenügend ausgestattet. Nach dem
Ökonomie-Reglement standen den gemeinen Soldaten keine Mäntel zu. Daher schützte
man sich vor der rauhen Witterung nicht nur mit den wenigen Wachmänteln, sondern
auch oft mit erbeuteten Kleidungsstücken.

131) El Dorado, die Westernstadt - Teil 1
El Dorado nannte sich zuerst Mud Springs (Moorquellen). Die Kuhherden auf ihrem
Trail (Zug) konnten hier getränkt werden. Aufgrund von Goldfunden wurde
es 1855 in El Dorado (Goldstadt) umbenannt. Dargestellt wird eine typische
Straßenszene, die gerade vom Vorbeimarsch von einer Truppeneinheit der Nordstaatler
beherrscht wird.



132) El Dorado, die Westernstadt - Teil 2
Gerade zieht eine Truppe der Südstaatler durch El Dorado. Das Strassenbild wird
geprägt durch Concerthall mit Saloon und einem Warenhaus. Wenig Interesse scheint
das Publikum am Auftreten der Südstaatler zu zeigen.
Während die Truppenfahne das typische diagonale blaue Kreuz auf rotem Grund zeigt,
ähnelt die Flagge der Nordstaatler schon deutlich dem späteren "Sternenbanner"
der Vereinigtten Staaten von Amerika.



133) Erstürmung eines Stadttores um 1500

Mit Stadtmauern und Toren versuchte man schon immer, Feinde von der Stadt
abzuwehren. Zur Errichtung der Verteidigungsanlagen wurden alle Bürger verpflichtet.
Dennoch konnte nicht verhindert werden, dass letztlich die Stadt durch Belagerung
oder durch Erstürmung dem Feind in die Hände fiel. Mit Rammböcken oder Äxten
wurden Steine aus der Mauer herausberochen, um so einen Zugang in die Stadt
zu erhalten. Dabei erlitten die Angreifer meist hohe Verluste, da sie von
den Verteidigern mit Pfeilen, Speeren und herunter geworfenen Gesteinsbrocken
getroffen wurden. Das Diorama zeigt den ungestümen Angriff von Landsknechten auf
Stadttor und Mauer.



134) Napoleon in Berlin 1806

Am 14. Oktober 1806 kam es zur entscheidenden Schlacht zwischen Franzosen und Preußen.
Die Preußen wurden vernichtend geschlagen und ihr Oberbefehlshaber, der Herzog von Braunschweig
tödlich getroffen. So zogen die Franzosen ungehindert in Berlin ein. Mit großem militärischen
Gefolge durchritt Napoleon das Brandenburger Tor. Die Niederlage Preußens entfachte auf allen
Ebenen Reformen, die einerseits von Napoleon verordnet, anderseits aber auch von Reformern
wie Stein, Gneisenau, Hardenberg voran getrieben wurden.




135) Kämpfe der Germanen gegen die Römer 9 n.Chr. bei Kalkriese

Neue Erkenntnisse lassen vermuten, dass die Varusschlacht nicht im Teutoburger Wald
stattfand, sondern in Kalkriese ca. 20 km nördlich von Osnabrück. 1987 fand man eine
große Anzahl an Münzen, Waffen und Fragmente der Ausrüstung römischer Soldaten.
Die Römer geraten in einen Hinterhalt und müssen dann erleben, wie an beiden
Flanken des Marschzuges die Germanen aus dem dichten Wald kommend, auf die Römer
los stürmen. Das Diorama zeigt in der Mitte die römischen Legionen, wie sie von beiden
Seiten bekämpft werden. Die 17. 18. und 19 Legion werden vernichtend geschlagen.





136) Napoleons Rückzug über die Beresina 1812
(Großaufstellung 3 x 4 m, in drei Großkisten gelagert.)
Vor Wintereinbruch zog Napoleon seine auf 100 000 Mann geschrumpfte Armee
aus Moskau zurück. Um die Beresina zu überqueren, ließ er zwei Brücken
schlagen. Eine der Brücken brach mehrmals. Als Napoleon mit seiner Garde
übergesetzt hatte, wurde das als ein Zeichen von Flucht angesehen.
Rücksichtslos drängten Menschen und Fuhrwerke über die Brücken. Viele
Flüchtende stürzten ins eiskalte Wasser. Von 70000 Franzosen erreichten nur
40000 das westliche Ufer. Napoleon erreichte mit dem Rest seiner Armee
im Dezember Paris. Dort ließ er verlautbaren, dass nicht die Kämpfe den Niedergang
herbeigeführt hätten sondern der russische Winter. "Die Gesundheit seiner Majestät
war niemals besser"



137) Zorndorf 1758

In der zweiten Hälfte des Jahres 1758 wurde Preußen von Österreich und Russland
bedrängt. Nach einem erfolgreichen Feldzug in Böhmen gegen die Österreicher
marschierte Friedrich der Große mit seinen Truppen in Gewaltmärschen 300 km weit nach Norden,
um ein vereintes Vorgehen von Russen und Österreichern gegen ihn zu verhindern. Dort griff
er bei Zorndorf die russischen Kräfte an. Der Kampf wogte hin und her und der linke Flügel
der Preußen drohte zu wanken. Da ergriff Friedrich die Regimentsfahne, eilte dem Feind
entgegen und führte so seine Truppen wieder in den Kampf.



138) Das 1. Garde-Dragoner-Regiment unter Oberst v. Auerswald, 1870

Im Deutsch-Französichen Krieg (1870-1871) kam es zu einer
verlustreichen Schlacht bei Mars la Tour in Frankreich, ca. 80 km
westlich von Saarbrücken. Das Dragoner-Regiment sollte die
vorrückende französiche Infanterie am weiteren Vordringen
hindern. Die Garde-Dragoner warfen sich den Franzosen entgegen und
brachten sie zum Stehen. Der Erfolg wurde mit einem hohen Blutzoll
bezahlt. Nur wenige Offiziere kehrten unverletzt aus dem Kampfe zurück.
Oberst v. Auerswald hatte eine tödliche Bauchwunde, die ihn nicht daran
hinderte, seine Dragoner zu loben und ein Hoch auf seine Majestät
den König auszurufen. Diese Szene wird hier dargestellt.Tage später verstarb er.



139) Todesritt der Brigade von Bredow
Diorama mit ähnlichem Inhalt wie Nr. 138. Hier wird der Reiterangriff dargestellt.

140) Armeeparade Preussens um 1758

Militärparaden spielten in Preußen eine große Rolle. Einerseits
inspizierte der König seine Truppe, die in Reih und Glied angetreten
war. Andererseits sollte damit auch ein Signal an andere Staaten
gesendet werden, Preussen als ernsthaften Machtfaktor zu respektieren.
Unter Abspielen von Militärmärschen erfolgte der Vorbeimarsch am König.

141) "Riesengarde" von Friedrich Wilhelms I.in Preußen um 1710
Das Garderegiment des Königs zählte ca. 2400 Soldaten, die alle das
Mindestmaß von 1,90 hatten. Preußen selbst konnte nicht genügend
dieser "Langen Kerls" aufbieten und so wurden aus allen Teilen der Welt Soldaten
oftmals unter falschen Versprechungen nach Preußen verschleppt.
Aus Holland wurden sogar 12 großgewachsene Afrikaner in das Regiment
eingegliedert. 36 Millionen Taler kostete seinerzeit die Unterhaltung
des Regiments. Sein Sohn Friedrich der Große löste die Leibgarde wieder auf.

142) Der zweite Punische Krieg 218 - 216 v.Chr.

Im zweiten Punischen Krieg, Römer gegen Karthager (lateinisch: Punier), führte
Hannibal seine Armee begleitet von Kriegselefanten über die Alpen gegen das
Reich der Römer.
In Unteritalien nahe Bari kam es zur Schlacht bei Cannae. Hannibals Truppen wichen
geschickt nur in der Mitte zurück. Zu spät erkannten die Römer, dass sie nun
auf beiden Seiten von den Karthagern umzingelt waren.
50.000 Legionäre der Römer fielen. Hannibal errang durch
seine Taktik einen bedeutenden Sieg.